Mehr Transparenz für Käufer

Update: Parlament verlangt strengere Auflagen für ausländische Onlinehändler

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von Dylan Windhaber und Valentina Graziano und jor, rja

Ausländische Onlinehändler sollen Waren transparenter kennzeichnen. Dieser Forderung des Ständerats pflichtet nun auch der Nationalrat bei. Nun muss der Bundesrat Vorschläge ausarbeiten, wie er die Regeln für ausländische Onlinehändler verschärfen will.

(Source: Parlamentsdienste, Bern)
(Source: Parlamentsdienste, Bern)

Update vom 02.06.2026: Ausländische Onlinehändler wie Temu und Shein sollen ihre Waren klarer kennzeichnen müssen. Das Ziel: Käuferinnen und Käufer sollen auf einen Blick erkennen können, ob ein Produkt in der Schweiz gar nicht verkauft werden darf. 

Bereits im März 2026 hat der St. Galler Mitte-Ständerat Benedikt Würth eine entsprechende Motion durch den Ständerat gebracht. Nun zieht auch der Nationalrat nach: Mit 140 Ja- und 47 Nein-Stimmen sowie 8 Enthaltungen hat die grosse Kammer dem Vorstoss ebenfalls zugestimmt, wie aus einer Mitteilung der Parlamentsdienste hervorgeht. 

Auch der Forderung des Ständerates nach verstärkten Kontrollen von Kleinsendungen aus Asien pflichtet der Nationalrat bei, wie es heisst. Diese Motion vom Tessiner Mitte-Ständerat Fabio Regazzi hiess die grosse Kammer mit 130 zu 51 Stimmen bei 14 Enthaltungen gut.

Nun muss der Bundesrat gegen seinen Willen Vorschläge zur Umsetzung beider Vorstösse ausarbeiten. Er habe zuvor argumentiert, dass ausländische Onlineshops bereits heute hiesige Standards erfüllen würden, wenn sie ihre Produkte in der Schweiz anböten. Das eigentliche Problem liege laut Bundesrat weniger bei den Vorschriften als bei deren Durchsetzung.

Gegenwind kam laut Mitteilung zudem auch aus Teilen der SVP-Fraktion. Die Gegner der Vorstösse hätten argumentiert, dass in erster Linie die Konsumentinnen und Konsumenten in der Verantwortung stünden. Schweizer Bürger könnten "sehr wohl selbst entscheiden, ob sie ein Produkt in einem Warenhaus oder im Internet kaufen wollten", sagte etwa SVP-Nationalrat Thomas Burgherr.

 

Originalmeldung vom 09.03.2026:

Ständerat fordert schärfere Regeln für Temu, Shein und Co.

Ausländische Onlineshops wie Temu und Shein sollen strengere Vorschriften bekommen und transparenter sein. Der Ständerat hat eine entsprechende Motion des St. Galler Ständerats Benedikt Würth mit 41 zu 0 Stimmen angenommen. Die kleine Kammer fordert darin, dass ausländische Onlineshops wie Temu und Shein ihre Waren klarer kennzeichnen müssen. Käuferinnen und Käufer sollen so direkt erkennen, wenn ein Produkt hiesigen Vorschriften nicht entspricht. Der Vorstoss geht nun an den Nationalrat.

Würth argumentiert, dass viele eingeführte Produkte nicht den Schweizer Vorschriften zu Produktsicherheit oder Umweltschutz entsprechen. Für Konsumentinnen und Konsumenten sei dies aber oft nicht erkennbar. Er fordert bei Nichteinhaltung der Regeln Bussen oder im Extremfall sogar die Sperrung von Websites.

Der Bundesrat hatte sich gegen die Motion ausgesprochen. Er argumentierte, ausländische Onlineshops müssten bereits heute Schweizer Standards erfüllen, wenn sie ihre Waren hierzulande anbieten. Eine zusätzliche Kennzeichnungspflicht widerspreche diesem Grundsatz. Entscheidend sei vielmehr die konsequente Durchsetzung der bestehenden Vorschriften.

Kritik an der Motion kommt auch vom Konsumentenschutz. Dessen Geschäftsleiterin Sara Stalder hält den Vorstoss für unnötig. Stattdessen müsse man die Kontrollen ausbauen, wie Stalder gegenüber "SRF" sagte. "Der Vollzug ist zu schwach. Die Kontrolle unterliegt den Kantonen, doch diese haben in den letzten Jahren die Kontrollstellen massiv abgebaut." 

Der Ständerat hatte sich zuvor bereits für verstärkte Kontrollen von Kleinsendungen aus Asien ausgesprochen.

Temus Umsatz wächst in der Schweiz ungebremst

Währenddessen steigerte Temu im Jahr 2025 seinen Umsatz in der Schweiz um geschätzte 300 Millionen Franken. Das entspricht einem Gesamtumsatz von 1 Milliarde Franken, wie Carpathia schätzt. Zum Wachstum hätten vor allem die hohe Wiederkaufsrate und die gestiegene Warenkorbgrösse beigetragen. Pro Tag zählt Temu schätzungsweise 50’000 Bestellungen aus der Schweiz, so Carpathia weiter.

 

Übrigens: Schweizer Händler können seit September 2025 ihre Produkte auf Temu anbieten. Lesen Sie hier mehr dazu.

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