Vor Börsengang

Update: Anthropic nennt Zahlen zu seinen Investitionsverpflichtungen

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von Alexia Muanza und Tobias Seefeld und Übersetzung: René Jaun, nki, jor, efe

Anthropic hat seine Unterlagen für einen Börsengang eingereicht. Der Börsenprospekt des KI-Entwicklers offenbart erhebliche finanzielle Verpflichtungen zum Erwerb von Rechenkapazitäten. Derweil liegen die Börsenpläne von KI-Rivale OpenAI auf Eis.

(Source: freepik / freepik.com)
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Update vom 28.10.2026: Anthropic treibt seinen Börsengang voran. Das US-amerikanische Unternehmen hinter der KI Claude hat ein Formular S-1 bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht und plant, seine Aktien der Klasse A am Nasdaq Global Select Market unter dem Kürzel ANT zu kotieren.

Die Anzahl der angebotenen Aktien, ihr Preis und der Betrag, den das Unternehmen aufnehmen möchte, gab Anthropic noch nicht bekannt. Die Unterlagen verdeutlichen jedoch das Wachstum des Tech-Unternehmens. Im ersten Halbjahr 2026 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 16,3 Milliarden US-Dollar, gegenüber 1,2 Milliarden US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ende September gaben mehr als 11'900 Kunden jährlich mindestens 100'000 US-Dollar bei Anthropic aus. Davon gaben 1900 mehr als eine Million und rund 250 mehr als 10 Millionen US-Dollar aus.

Auf operativer Ebene reduzierte Anthropic seinen Verlust im ersten Halbjahr 2026 auf 693 Millionen US-Dollar, gegenüber 2,1 Milliarden US-Dollar im Vorjahr. Der Nettoverlust beläuft sich hingegen auf 80,7 Milliarden US-Dollar. Dieser Betrag ist hauptsächlich auf buchhalterische Neubewertungen seiner Finanzinstrumente zurückzuführen.

Erhebliche Verpflichtungen für KI-Infrastrukturen

Das starke Geschäftswachstum geht mit einem hohen Bedarf an Rechenleistung einher. Anthropic hatte bereits eine Vereinbarung mit SpaceX rund um das Rechenzentrum Colossus abgeschlossen, um seine Kapazitäten auszubauen. Das Unternehmen bestätigte diesen Sommer zudem, eigene KI-Chips entwickeln zu wollen.

Das S-1-Dokument legt nun das Ausmass einiger dieser Verpflichtungen offen. Eine mit Broadcom geschlossene Vereinbarung umfasst KI-Beschleuniger und weitere spezialisierte Komponenten, für die über fünf Jahre Mietzahlungen in Höhe von rund 125 Milliarden Dollar anfallen. Anthropic kann bei Bedarf zudem Wandelanleihen im Umfang von bis zu 42 Milliarden Dollar ausgeben, um bestimmte Verpflichtungen im Zusammenhang mit diesen Geräten zu finanzieren.

Anthropic-Rivale OpenAI gab zuletzt im September 2026 via seinen CEO bekannt, seinen Börsengang vorläufig zu verschieben. Hintergrund für diese Entscheidung waren Sicherheitsvorfälle, über die Sie unter anderem hier mehr erfahren.

 

Update vom 10.06.2026:

OpenAI und Anthropic bestätigen Vorbereitungen zum Börsengang

OpenAI bereitet seinen Börsengang vor. In einer kurzen Mitteilung gibt der ChatGPT-Hersteller bekannt, vertraulich einen Entwurf der S-1-Registrierungserklärung bei der Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht zu haben. Dies ist der erste regulatorische Schritt hin zu einem möglichen Börsengang in den USA.

In der Mitteilung schreibt OpenAI, man habe die Einreichung bekannt gegeben, da die Information andernfalls hätte durchsickern können. Das Unternehmen betont jedoch, dass noch kein Zeitplan für einen möglichen Börsengang festgelegt worden sei. Dieser könnte noch einige Zeit auf sich warten lassen, da gewisse Projekte laut OpenAI einfacher als Privatunternehmen umgesetzt werden können. Die Einreichung ermögliche es jedoch, die Option eines Börsengangs in näherer Zukunft offenzuhalten.

Laut "Reuters" strebt OpenAI bei seinem Börsendebüt eine Bewertung von bis zu 1 Billion US-Dollar an, wobei der Börsengang bereits im September erfolgen könnte.

OpenAI folgt mit seiner Ankündigung auf seinen Rivalen Anthropic. Das für seine Claude-KI bekannte Unternehmen gab seine Registrierung bei der SEC rund eine Woche vor OpenAI bekannt. Auch Anthropic hält sich mit einem konkreten Datum für seinen Börsenstart bedeckt.

 

Originalmeldung vom 02.06.2026:

Anthropic überholt OpenAI mit Rekordbewertung

Anthropic hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde weitere 65 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Somit steigt die Bewertung des KI-Unternehmens auf 965 Milliarden Dollar, wie "Watson" berichtet. Noch vor drei Monaten sei der Claude-Entwickler mit 380 Milliarden Dollar bewertet worden und habe somit das schnellste Bewertungswachstum in der Geschichte des Risikokapitals hingelegt.

Mit dieser Bewertung steht Anthropic auch erstmals vor seinem Konkurrenten OpenAI. Der ChatGPT-Entwickler wurde laut "Watson" zuletzt mit 730 Milliarden US-Dollar bewertet, nachdem auch er in einer Finanzierungsrunde neue Investitionen eingeworben hatte. Beide Unternehmen sollen noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

Anthropic investiert das neue Kapital derweil in Rechenkapazität. In einem 50-Milliarden-Deal mit SpaceX erhält das KI-Unternehmen Zugang zu Elon Musks "Colossus"-Rechenzentrum, wie "Watson" weiter schreibt. Der Schritt soll Engpässe bei der Rechenleistung beseitigen.

 

Übrigens: Anthropic gab kürzlich bekannt, dass der exklusive Nutzerkreis der Cybersecurity-KI Claude Mythos schrittweise vergrössert werden soll. Lesen Sie hier mehr dazu.

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