Update: Nordkorea bestreitet FBI-Vorwürfe zum Binance-Angriff
Die Kryptobörse Binance ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Kriminellen Hackern gelang es dabei, Kryptogeld im Wert von über 6 Milliarden US-Dollar abzugreifen. Das FBI macht Nordkorea für den Angriff verantwortlich, Pjöngjang weist diese Vorwürfe zurück.
Update vom 03.11.2026: Nordkorea bestreitet die Anschuldigungen des US-amerikanischen Federal Bureau of Investigation (FBI), hinter dem Cyberangriff auf Binance zu stecken. Kim Yo Jong, die Schwester von Machthaber Kim Jong Un, bezeichnet die Vorwürfe der USA als "absurde Rhetorik", wie "Reuters" berichtet.
Die Vorwürfe zeigen laut Kim, dass Washington gegenüber Nordkorea weiterhin feindlich gesinnt ist, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet. Das FBI versuche, Nordkorea als "Cyberverbrecherstaat" darzustellen, indem es eine von Nordkorea "unterstützte" Hackergruppe für den Angriff verantwortlich mache.
Das FBI hatte den Angriff am Wochenende offiziell der staatlich unterstützten nordkoreanischen Hackergruppe "Tradertrator" zugeschrieben, wie "Bleepingcomputer" schreibt. Zuvor hatten bereits TRM Labs und Chainalysis die Gruppe hinter dem Diebstahl vermutet. Dem FBI zufolge tauschen die Hacker die gestohlenen Vermögenswerte vor allem in Ethereum um. Die Behörde rechnet damit, dass die Gruppe die erbeuteten Kryptowährungen anschliessend über dezentrale Finanzplattformen und Instant-Swap-Dienste weiter wäscht.
Gemäss Fachleuten sind gestohlene Kryptowährungen eine wichtige Einnahmequelle für die Waffenprogramme des Landes, wie "Reuters" berichtet. Insgesamt schreiben die Fachpersonen Nordkorea gestohlene Kryptowährungen im Wert von 7,6 Milliarden US-Dollar zu, dabei verantworte das Land gemäss Chainalysis 89 Prozent der Krypto-Hack-Verluste der Welt, heisst es weiter.
Binance hat neben dem kompromittierten Laptop inzwischen weitere Einfallstore identifiziert und spricht von einer komplexen Attacke, die nicht von einer einzelnen Person ausging, wie "NZZ" (Paywall) berichtet. Die Hacker testeten ihre Methode demnach bereits am Vortag des Angriffs mit kleineren Transaktionen.
Die Zürcher Bank Sygnum, die in der Schweiz mit Binance zusammenarbeitet, ist vom Cyberangriff nicht betroffen, wie sie gegenüber "NZZ" mitteilt. Sygum zufolge funktioniert die Infrastruktur wie gewohnt weiter. Die Bank verzeichne jedoch verstärkte Zuflüsse in ihre ausserbörsliche Aufbewahrungslösung für Kryptowährungen.
Update vom 02.11.2026:
Binance-User ziehen mehrere Milliarden US-Dollar an Kryptovermögen ab
Während Binance sich um Schadensbegrenzung bemüht, ziehen User massenhaft Vermögenswerte von der Plattform ab.
Die Kryptobank Binance arbeitet weiter daran, die beim Cyberangriff abhanden gekommenen Vermögenswerte wiederzubeschaffen. In mehreren Meldungen bekräftigt das Unternehmen, für sämtliche Verluste aufkommen zu wollen. In einer am 31. Oktober veröffentlichten Meldung schrieb Binance, 90 Prozent der gestohlenen Vermögenswerte ersetzt zu haben. Die verbleibenden gestohlenen Vermögenswerte kaufe man weiterhin auf dem Markt und über Handelskanäle ausserhalb der Kryptobörse, schreibt das Unternehmen. Die noch nicht erworbenen Vermögenswerte "sind weniger liquide, weshalb es länger dauern könnte, sie in den benötigten Mengen zu beschaffen".
Um den Diebstahl weiterer Vermögenswerte zu verhindern, hatte Binance nach Bekanntwerden des Hacks die Funktion zum Abheben und Einzahlen von Kryptowährungen vorübergehend blockiert. Im Verlauf des 1. November gab das Unternehmen die Funktion schrittweise frei. Nach 9 Stunden zog binance eine erste Bilanz, wie die "BBC" berichtet. Demnach verbuchte die Kryptobank Eingänge im Gegenwert von 1,01 Milliarden US-Dollar. Dem stehen Abbuchungen in Höhe von 4,649 Milliarden US-Dollar gegenüber. Unter dem Strich resultiert ein Minus von 3,64 Milliarden US-Dollar. Das entspreche etwa 2 Prozent der 171 Milliarden US-Dollar, die man insgesamt verwalte, fügt Binance hinzu.
Inzwischen äusserte sich auch die US-Amerikanische Polizeibehörde FBI. Wie schon mehrere Sicherheitsexperten, vermutet auch sie Hacker aus Nordkorea hinter dem Cyberangriff und hat entsprechende Ermittlungen aufgenommen.
Originalmeldung vom 30.10.2026:
Hacker klauen bei Binance Kryptogeld im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar
Cyberkriminelle haben in sehr grossem Stil bei Binance zugeschlagen. Bei einem Cybervorfall ist es ihnen gelungen, Kryptogeld im Wert von über 6 Milliarden US-Dollar abzuzweigen.
In einer Mitteilung gibt Binance bekannt, man arbeite aktuell daran, die betroffenen Vermögenswerte einzufrieren. Bis zum 30. Oktober um 3 Uhr Schweizer Zeit war es demnach gelungen, Kryptowerte im Wert von 3 Milliarden US-Dollar auf der Blockchain einzufrieren, also weitere Transaktionen damit zu stoppen.
Einfallstor für die bösartigen Hacker war laut Binance der kompromittierte Laptop eines DevOps-Engineers. Darüber erlangten die Hacker Zugriff auf einen Service-Container, aus dem sie dann unbefugte Transaktionen starteten. Dafür, dass private Wallet-Schlüssel abgeflossen seien, gebe es keine Belege, fügt die Kryptobörse hinzu. Betroffenen Kunden versichert das Unternehmen, für allfällige Schäden vollumfänglich aufzukommen. "Die Gelder der Nutzenden sind sicher", erklärt Binance.
Wer hinter dem Cyberangriff steckt, schreibt das Unternehmen nicht. Die auf Cybersecurity im Kryptomarkt spezialisierten Unternehmen TRM Labs und Chainalysis geben sich laut "Reuters" überzeugt, die Handschrift nordkoreanischer Elite-Hacker zu erkennen.
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