Geplante Massnahmen

Frauenanteil in der Informatik bleibt weiterhin niedrig

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von Filip Sinjakovic und NetzKI Bot und dwi

Der Frauenanteil in IT-Berufen zeigt sich weiterhin niedrig. Ursachen dafür: Vorurteile, fehlende Unterstützungsangebote und andere geschlechtsspezifische Hindernisse. Durch konkrete Massnahmen soll die IT-Branche künftig frauenfreundlicher gestaltet werden.

(Source: shironosov / iStock.com)
(Source: shironosov / iStock.com)

Frauen in der IT-Branche sind stark unterrepräsentiert. Trotz bestehender Förderprogramme gibt es weiterhin zahlreiche Hindernisse, die den Zugang zu IT-Berufen für Frauen erschweren, wie eine Bedarfsanalyse von "42 Switzerland" zeigt. Die Studie identifiziert konkrete Massnahmen für eine geschlechtergerechte Informatik-Ausbildung.

Lediglich 18 Prozent der Informatik-Studierenden seien laut den jüngsten Zahlen des Bundesamtes für Statistik weiblich – ein Wert, der in den vergangenen Jahrzehnten kaum gestiegen sei. Auch in der Berufswelt bleibe der Frauenanteil im ICT-Sektor mit nur 16 Prozent niedrig. Neben erschwertem Zugang zum Talentpool zeigen weitere Daten laut Analyse ein Ungleichgewicht bei den Gehältern: Frauen in IT-Berufen würden in der Schweiz durchschnittlich 22 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen.

Vorurteile, fehlende Förderung und mangelnde Netzwerke

Folgende Haupthindernisse hindern Frauen laut Bericht daran, eine Karriere in technischen Berufen zu verfolgen:

  • Vorurteilen gegenüber Frauen in IT-Berufen aufgrund stereotypen Rollenbildern
  • Fehlende Vorbilder aufgrund der geringen Anzahl an Frauen in Führungspositionen in technischen Berufen
  • Geschlechtsspezifische Karrierehindernisse, darunter ungleiche Beförderungschancen und starre Arbeitsmodelle
  • Mangelnde Sichtbarkeit von IT-Berufen, die oft rein technisch kommuniziert werden, ohne ihre gesellschaftliche Relevanz hervorzuheben
  • Hürden für Quereinsteigerinnen, darunter hohe Qualifikationsanforderungen und fehlende gezielte Weiterbildungsprogramme

Steigerung des Frauenanteils in der IT 

Basierend auf den Untersuchungsergebnissen empfiehlt "42 Switzerland" unter anderem folgende Massnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils in Informatikausbildungen: 

  • Auf Frauen zugeschnittene Kommunikation und Lehrinhalte, um stereotype Darstellungen der IT-Branche zu vermeiden
  • Gezielte Mentoring-Programme, um Frauen während des Studiums und beim Berufseinstieg zu unterstützen
  • Praxisnahe Einblicke mittels Workshops und Coding-Tagen
  • Kontinuierliche Einblicke der Fortschritte der Massnahmen und Anpassung der Strategie bei Bedarf

Die Erkenntnisse aus der Bedarfsanalyse dienen "42 Switzerland" als Grundlage für zukünftige Projekte. Bis 2027 soll der Anteil weiblicher Studierender auf mindestens 40 Prozent gesteigert werden. Zur Erreichung dieses Ziels würden die geplanten Massnahmen so konzipiert, dass sie die Hürden gezielt adressieren und gleichzeitig eine langfristige Wirkung entfalten können. Die Studie verdeutliche, dass solche gezielte Massnahmen notwendig seien, um Frauen den Zugang zur IT-Branche zu erleichtern. Eine geschlechtergerechte IT-Ausbildung sei nicht nur ein Beitrag zur Gleichstellung, sondern auch eine strategische Lösung für den Fachkräftemangel in der Technologiebranche.

 

Was Expertinnen der ICT-Berufsbildung Schweiz Unternehmen raten, um den Frauenanteil in IT-Berufen zu steigern, lesen Sie hier.

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