Business Process Automation

Low-Code adressiert den steigenden Digitalisierungsbedarf

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von Silvan Stich, Head of Application Platforms, Zühlke Schweiz

Low-Code ist ein nachhaltiges Trendthema und die Anzahl entsprechender Applikationen nimmt stetig zu. Dabei spielt nicht zuletzt der steigende Digitalisierungsbedarf eine grosse Rolle. Es lohnt sich also zu wissen, wann der Low-Code-­Einsatz Sinn ergibt und wo die Risiken liegen.

Low-Code ist eines der meistgenannten Trendthemen der vergangenen (und wohl auch der kommenden) Jahre. Analysten wie Gartner prognostizieren einen stetig wachsenden Anteil von Low-Code-Applikationen am Anteil aller neu gebauten Anwendungen. Dies insbesondere aufgrund des steigenden Digitalisierungsbedarfs sowie der Anforderung an stetige Innovation im digitalen Umfeld. Als Unternehmen stellt sich aber die Frage, ob die Technologie bereit ist, um im Geschäftsumfeld eingesetzt zu werden oder ob man sich dadurch zusätzliche Risiken einhandelt.

Die Fünf Low-Code-Bausteine

"Low-Code" als Begriff umfasst mehr als nur die Plattform, welche die Entwicklung und den Betrieb solcher Applikationen erlaubt. Als Softwareentwicklungsparadigma umfasst es sowohl den technischen Teil, die Plattform, als auch die Implikationen auf die Organisation. Konkret also die nötigen Anpassungen, um die Vorteile des Paradigmas voll zu nutzen. Dabei standardisieren Low-Code-Plattformen die Technologie, nicht die Fachlichkeit. Und dies anhand von fünf Bausteinen:

  1. vorgefertigte Komponenten

  2. visuelle Entwicklung

  3. integrierte Build-Pipelines

  4. sofort einsatzbereite Umgebungen

  5. fertige Konnektoren

Die Folgen der technologischen Standardisierung (anstelle einer fachlichen) sind entscheidend: Die Business-Cases eines Unternehmens sind einzigartig und stellen somit einen Differenzierungsfaktor im Wettbewerb dar. Deshalb gilt es, diese im Zuge der Digitalisierung zu erhalten und zu optimieren. Genau dies ermöglicht eine Low-Code-Plattform, weil sie keine fachliche Standardisierung zur Folge hat, sondern lediglich die technischen Bausteine zur Digitalisierung einheitlich zur Verfügung stellt.

Um im Unternehmenskontext mit einer Low-Code-Anwendung erfolgreich zu sein, sind gewisse Rahmenbedingungen entscheidend: Architektur und Projektplanung sind weiterhin Schlüsselkomponenten für das Gelingen des Vorhabens. So muss etwa bei der Projektplanung berücksichtigt werden, dass die Umsetzung schneller geht als bei traditioneller Softwareentwicklung und dass die Anforderungen deswegen schnell und effizient erhoben werden. Bei der Architektur gelten die gleichen Grundsatzentscheide wie bei der traditionellen Softwareentwicklung: Wie werden Daten im Unternehmenskontext verarbeitet, gespeichert, ausgetauscht und wie wird die einzelne Applikation in die IT-Landschaft eingebettet?

Einfaches und effizientes Entwickeln trotz klassischer ­Herausforderungen

Low-Code-Entwicklung bleibt im Kern Softwareentwicklung, abstrahiert aber technische Details. Je komplexer eine Applikation wird, desto entscheidender werden gut geschulte und erfahrene Projektmitarbeitende, um die Komplexität unter Kontrolle zu halten, nichtfunktionale Anforderungen wie IT-Sicherheit und Performance zu beachten und vorausschauend die richtigen Entscheide zu treffen.

Abschliessend lässt sich summieren, dass mittels Low-Code die Digitalisierung von Business-Cases einfach und effizient umgesetzt werden kann, aber gleichzeitig die klassischen Herausforderungen von IT-Projekten nicht vernachlässigt werden dürfen. In der IT-Landschaft der Zukunft werden Low-Code-Plattformen oder – wie sie mittlerweile verstärkt auch genannt werden – "Rapid Application Development Platforms" ihren festen Platz einnehmen, um dem wachsenden Digitalisierungs- und Innovationsdruck gerecht zu werden. Wer sich bereits heute mit diesen Themen auseinandersetzt, wird in Zukunft gegenüber anderen Marktteilnehmern einen Wettbewerbsvorteil besitzen.

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